2019

Achterbahnfahrt mit glücklichem Ende


Getreu dem Motto „Das Wetter spielt verrückt“ war 2019 erneut ein Jahr der Extreme für uns.

Nach einem sehr milden Winter mit geringen Niederschlägen begannen die Reben bereits Mitte April, rekordverdächtig früh mit dem Austrieb. Als im Mai die Kälte zurückkehrte, mussten wir kurz zittern – nur knapp entgingen die jungen Rebtriebe einem Frostschaden.

Bedingt durch den Kälteeinbruch ging das anschließende Wachstum zunächst nur langsam weiter. Der Juni legte dann jedoch wieder den Turbo ein und sorgte für Temperaturrekorde. Optimale Wachstumsbedingungen ließen die Weinberge schnell in sattem Grün erstrahlen. Mitte Juni begann die Rebblüte welche zügig ablief und den Ansatz für beste Traubenqualitäten lieferte.

Die biodynamische Bewirtschaftung, welche die Durchwurzelung des Bodens fördert und die Wasserspeicherfähigkeit erhöht, machte eine Bewässerung trotz Trockenheit nicht nötig. Lediglich einige Junganlagen wurden von uns bis Ende Juni bewässert, um ein kontinuierliches Wachstum zu gewährleisten

Im Juli blieb es weiterhin sommerlich warm, aber so mancher schöne Sommerregen sorgte endlich für den wichtigen Ausgleich im Wasserhaushalt der Reben. Auf einen Laubschnitt verzichteten wir in dieser Vegetationsperiode bewusst, um unsere heranwachsenden Trauben vor Sonnenbrand zu schützen.

Mitte August endete die lange Sommerhitze. Die Trauben begannen nun reif zu werden. Sehr gute Bedingungen durch ausreichende Niederschläge und kühlere Nächte waren ausschlaggebend für die Prägung des Jahrgangs.

Zum einen schritt die Fruchtreife gut voran, zum anderen wurde in den kühlen Nächten die Säure in den Beeren nur langsam abgebaut. Es bildeten sich die klassischen feinen Fruchtaromen, die unsere Weine in den nördlichen Anbaugebieten so einzigartig machen.

Die Ernte begann für uns am 16. September mit den Spätburgunder-Trauben. In nur wenigen Tagen wurden alle Burgundersorten geerntet, um eine zu hohe Zuckerkonzentration in den Beeren zu vermeiden. Die Balance von Fruchtreife, Aromen und Säure war zum Lesezeitpunkt ideal.

Es folgte die Riesling Ernte – bis auf einige kurze Unterbrechungen durch Regenschauer, ging auch diese zügig vonstatten. Gesunde Trauben und die optimale Reife ließen uns nicht zögern.

Alle Trauben wurden durch unser erfahrenes Team von Hand selektiv geerntet, im Weingut schonend verarbeitet und sanft abgepresst. Vergoren wurde wie immer mit den natürlichen Hefen, meist im grossen Eichenholzfass.

Nach nur drei Wochen Erntezeit war die Traubenlese für uns am 5. Oktober beendet.

Der 2019er Jahrgang zeigt sich bereits als Jungwein extrem spannend: von noch zarten Hefenoten umschleiert, präsentieren sich die Weine mit einer saftigen Frische, verspielter feiner Säure und viel Mineralität am Gaumen.

Ein Jahrgang mit viel Finesse und Eleganz, der authentisch von seiner Herkunft erzählt.



Zurück